14.09.: Proteste gegen „Demo für Alle“-Bus

Gestern waren so viele Menschen mit uns in der Innenstadt – über tausend sind unserem Aufruf gefolgt und haben auf dem Marktplatz dem „Demo für Alle“-Bus jegliche Öffentlichkeit genommen.
Lasst uns auch weiterhin dafür sorgen, dass Rechte Gegenwind bekommen!

Unsere Rede auf der Kundgebung von 100% Mensch:

Es ist erschreckend, wenn…

… rechte Themen wieder Massen mobilisieren und rechte Organisationen Verbrechen für ihre Zwecke instrumentalisieren, um Stimmung gegen MigrantInnen zu machen.

…diese rechte Stimmungsmache in Hetzjagden gipfelt und damit zur ganz konkreten Bedrohung für Menschen wird.

es ist alarmierend, wenn…

… der Innenminister einen Verfassungsschutzpräsidenten deckt, der seine Hand schützend über Nazis hält.

… die anderen Parteien nicht nur den Sprech der AfD aufgreifen, sondern politisch nachziehen und ihre Forderungen letztlich umsetzen, wie zum Beispiel Asylrechtsverschärfungen.
…die Medien mitspielen beim nach-rechts-Rücken und die Migration über die eigentlichen Probleme der Bevölkerung stellen.

es ist fragwürdig, wenn…

…wenn eine Partei sich hier gegen Rechts in Szene setzt, während sie sich gerne auch mal bei Projekten wie der „Demo für Alle“ einbringt

…wenn sich verschiedene Parteien, die sonst mit der Abschottung Europas beschäftigt sind, sich dieser Tage zu Lippenbekenntnissen für Offenheit und Toleranz berufen fühlen

es ist gut, wenn…

…viele erkennen, dass wir ein rechtes Problem haben – nicht nur in Sachsen und auch nicht nur in Deutschland.

…viele sich zu Vielfalt bekennen und das laut sagen; nicht nur auf facebook, sondern wie heute hier auf der Straße.

…das reicht aber leider nicht aus, um dem rechten Mob aufzuhalten und um Menschen vor Übergriffen zu schützen.

…das reicht nicht, um den Rechtsruck zu stoppen.

Wir müssen:

…uns nicht nur zu einer solidarischen Gesellschaft bekennen, wir müssen sie praktizieren! Das heißt aufstehen und dazwischen gehen, wenn Mitmenschen beleidigt oder angegriffen werden. Uns für die Rechte von Minderheiten aktiv einsetzen.

Wir dürfen die Diskussion nicht scheuen, wenn sich auf der Arbeit, in der Schule oder der Uni Menschen diskriminierend äußern. Wir müssen dazwischen gehen!

Und wir müssen konkret gegen die organisierten Rechten arbeiten und verhindern, dass ihren plumpen Antworten auf berechtigte soziale Fragen Menschen auf den Leim gehen. Die Rattenfänger von AfD und co haben kein besseres Leben für uns im Sinn; sie stehen für Ausgrenzung und Angst, für eine Verschärfung der Verhältnisse.

Und wir müssen auch ihre Aufmärsche verhindern und uns ihnen in den Weg stellen, auch wenn sie sich dann in ihrer Opferrolle darstellen könnten. Denn ihre öffentlichen Auftritte ohne Gegenproteste verkaufen sie als Erfolg; sie bieten ihnen Entfaltungsmöglichkeiten und generieren eine Normalität. Durch direkten Protest können wir ein weiteres Etablieren der Rechtspopulisten verhindern und die Menschen, die sie ansprechen wollen aufklären und von unserer Perspektive überzeugen.

Es hat sich neben dem Hashtag #wirsindmehr, der Slogan #wannwennnichtjetzt etabliert: Es ist Zeit, dass wir selbst aktiv werden und den Widerstand gegen Rechts organisieren.

Und unser Widerstand

…lebt von der Vielfalt.

…ist wichtig im Kleinen, im Alltag.

…beginnt also nicht erst, wenn die „Demo für Alle“ mit einem Bus auffährt.

…endet nicht an der Stadtgrenze; manchmal ist es auch notwendig, dort hin zu fahren, „wo’s brennt“ und die Leute zu unterstützen, die unsere Hilfe brauchen!

…ist konkret und sichtbar auf der Straße.

Lasst uns gemeinsam klarstellen, dass die Rechten, egal welcher Couleur, in Stuttgart nicht willkommen sind.

Heute – mit diesem starken Zeichen hier und ganz praktisch drüben auf dem Marktplatz – und in Zukunft!

Wir sind nicht nur mehr – wir sind Stuttgart gegen Rechts!

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